Regenwasser nutzen statt verschwenden
Warum jedes Eigenheim in der Schweiz eine Regenwassernutzung haben sollte
Jedes Jahr fallen in der Schweiz Milliarden Kubikmeter Regenwasser vom Himmel. Ein grosser Teil davon landet auf Dächern, wird über Dachrinnen gesammelt und anschliessend direkt in die Kanalisation oder in Gewässer abgeleitet. Gleichzeitig wird für Toilettenspülungen, Gartenbewässerung, Reinigungsarbeiten oder Waschmaschinen wertvolles Trinkwasser verwendet – Wasser, das mit hohem technischem Aufwand aufbereitet, kontrolliert und verteilt wird. Ist das noch zeitgemäss?
Trinkwasser ist zu wertvoll für die Toilette
Rund ein Drittel des Wasserverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt wird für Anwendungen genutzt, die keine Trinkwasserqualität benötigen. Dazu gehören insbesondere:
- Toilettenspülungen
- Gartenbewässerung
- Reinigungsarbeiten
- Waschmaschinen
- Aussenwasseranschlüsse
Für all diese Anwendungen eignet sich aufbereitetes Regenwasser hervorragend. Jeder Liter Regenwasser, der genutzt wird, entlastet die Trinkwasserversorgung und reduziert den Verbrauch wertvoller Ressourcen.
Die Schweiz ist keine Wasserinsel
Die Schweiz gilt als wasserreiches Land. Dennoch nehmen Trockenperioden, Hitzesommer und regionale Wasserengpässe zu. In vielen Gemeinden wird bereits heute dazu aufgerufen, während trockener Sommer sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Gleichzeitig versickern oder fliessen jedes Jahr Millionen Liter wertvollen Regenwassers ungenutzt ab. Eine moderne Regenwassernutzung macht Hausbesitzer unabhängiger und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Wasserknappheiten.
Entlastung für Kanalisation und Gewässer
Bei starken Niederschlägen gelangen grosse Wassermengen innert kurzer Zeit in die Kanalisation. Die Folgen sind:
- Überlastete Entwässerungssysteme
- Höhere Kosten für die Infrastruktur
- Belastungen für Kläranlagen
- Erhöhte Hochwasserrisiken
Wird Regenwasser auf privaten Grundstücken gespeichert und genutzt, werden diese Spitzen deutlich reduziert. Das entlastet die öffentliche Infrastruktur und verbessert den natürlichen Wasserkreislauf.
Regenwasser ist ein lokaler Rohstoff
Regenwasser fällt kostenlos auf dem eigenen Dach an. Es muss nicht über weite Strecken transportiert, gefördert oder aufwendig auf Trinkwasserqualität aufbereitet werden. Die Nutzung von Regenwasser reduziert deshalb nicht nur den Trinkwasserverbrauch, sondern auch den Energiebedarf der gesamten Wasserversorgung. Aus ökologischer Sicht ist Regenwasser ein regional verfügbarer Rohstoff, der direkt vor Ort genutzt werden kann.
Mehr Unabhängigkeit für Hausbesitzer
Steigende Infrastrukturkosten, zunehmende Wetterextreme und wachsende Anforderungen an die Wasserversorgung werden die kommenden Jahrzehnte prägen.
Wer Regenwasser nutzt, investiert in die Zukunft seines Gebäudes. Moderne Regenwassersysteme ermöglichen:
- geringere Trinkwasserverbräuche
- mehr Versorgungssicherheit
- höhere Nachhaltigkeit
- eine bessere Klimaanpassung des eigenen Grundstücks
Die Zukunft beginnt auf dem eigenen Dach
Jedes Dach ist eine Sammelfläche für eine wertvolle Ressource. Während wir bei Solarstrom längst erkannt haben, dass die Energie der Sonne genutzt werden sollte, wird das Potenzial des Regenwassers noch immer unterschätzt. Dabei ist die Frage eigentlich ganz einfach: Warum sollten wir kostbares Trinkwasser für Anwendungen verwenden, die keine Trinkwasserqualität benötigen, wenn uns der Himmel jedes Jahr kostenlos Millionen Liter Regenwasser schenkt?